Claus Kleber hört beim heute journal des ZDF auf

Claus Kleber hört beim heute journal des ZDF auf Jan Oberst, CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons

Die Meldung von Klebers Rückzug wurde von Bild groß aufgemacht. Ein alter Kämpe geht mit 66 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Einer Bitte der ZDF-Führung, seinen Vertrag noch ein weiteres Mal zu verlängern, wollte er nicht mehr nachkommen. Soweit so normal, könnte man meinen.

Aber Kleber, der seit 2003 für das ZDF arbeitet und seither Leiter und Moderator des „heute journals" ist, der meistgesehenen Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen nach 20 Uhr, dürfte wohl nur die Spitze des Eisberges sein.

Im Schnitt verfolgen täglich mehr als vier Millionen Zuschauer die von Kleber präsentierte und verantwortete Nachrichtenshow. Der Atlantiker und getreue Gefolgsmann Amerikas, der auch der Pandemie-Politik der Bundesregierung bedingungslos folgt, drückt mit dieser Grundhaltung der Sendung seinen Stempel auf. Dafür wurde er fürstlich entlohnt, mit über 400.000 Euro jährlich gehört der freiberuflich arbeitende Journalist zu den Spitzenverdienern im Nachrichtengewerbe.

Aus diesem Grund ist er wohl der Prominenteste, der gegenwärtig seinen angestammten Platz räumt. Das aktuelle Stühlerücken findet aber nicht nur bei prominenten Journalisten und Moderatorinnen statt. Das geht bis hinunter in die einfachen Dienstränge. Zu den Bekannten gehören Jan Hofer, Linda Zervakis und Pinar Atalay, die der ARD den Rücken kehren. Ob die privaten Fernsehsender, zu denen die Genannten wechseln, sich nun als Gewinner fühlen können, dürfte abzuwarten sein.

Auffällig ist aber der Zeitpunkt, zu dem die Journalisten sich zum Wechsel entschlossen haben. Da dürfte es nicht nur um Geld gegangen sein. Die Prominenten und weniger Prominenten dürften auch andere, gewichtige Beweggründe haben. Der Volksmund spricht in solchen Situationen wenig respektvoll davon, die "Ratten verlassen das sinkende Schiff".

Nachdem in der von der Pandemieregierung über eineinhalb Jahre hinweg die GEZ Anstalten zum Sprachrohr der Regierung und von Big Pharma umfunktioniert wurden, hat sich in den Anstalten ein Klima eingeschlichen, das dem der durch eine Einheitspartei regierten DDR bzw. der UdSSR sehr ähnlich geworden ist. Abweichende Meinungen werden mit Sanktionen belegt oder wie ein betroffener Journalist es formulierte, eine "Bunker-Mentalität" habe sich breit gemacht.

Nachdem diese Entwicklung erst einmal unumkehrbar schien, macht sich inzwischen das Bedürfnis nach Veränderung bemerkbar. Manch einem der willigen Überbringer der Regierungsbotschaften dürfte klar geworden sein, dass dies wenig bis keine Perspektive beinhaltet.

Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich. Zum einen hat die grundsätzliche Bereitwilligkeit in Teilen der Bevölkerung abgenommen, dem regierungsoffiziösen Kurs von ARD und ZDF bedingungslos zu glauben. Vielen Bürgern ist klar geworden, dass vieles nicht stimmen kann. Diese Zweifel werden zunehmend auch öffentlich geäußert. Einen deutlichen Beleg gibt auch die Allensbach-Umfrage der letzten Tage, wonach immer mehr Menschen Zweifel am Kurs von Merkel haben.

Einen großen Anteil an diesem Wandel hat der Aufschwung der alternativen Medien, die das Etikett der Verschwörungstheoretiker abgestreift haben und zunehmend als „neue" Medien und als eine Alternative zu den „alten" Medien im TV, aber auch im Printbereich aufgefasst und akzeptiert werden.

Dabei spielt eine Rolle, dass die jüngeren Generationen nie eine wirkliche Bindung an ARD, ZDF und die alten Printmedien hatten. Die Abhängigkeit letzterer von der Staatknete ist dabei nicht gerade imagefördernd. Dass die Cassandra der "alten" Medien immer weniger verfängt, hängt direkt mit den täglichen Erfahrungen der Menschen zusammen, die das Geschwätz von Spahn, Drosten, Merkel und Lauterbach immer weniger nachvollziehen können.

So lässt sich auch das "Bäumchen-wechsel-dich-Spiel" innerhalb der „alten" Medien von den Öffentlich-Rechtlichen zu den Privatsendern, aber auch die Personalquerelen in der Funke-Mediengruppe, als Absetzbewegung vom Regierungskurs interpretieren. Durchaus auch als wachsender Widerstand und Widerwille gegenüber einseitigen Darstellungen und Lügen, etwa dergestalt, dass in TV-Grafiken ganz Nordamerika als Risikogebiet dargestellt wird, obwohl es eine Reihe von US-Bundesstaaten gibt, in denen nie Pandemiemaßnahmen ergriffen wurden, ohne dass dies irgendwelche gesundheitlichen Folgen für die dortige Bevölkerung gebracht hätte.

Besonders drastisch fällt der Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Realität und verordneter Regierungspropaganda angesichts der live übertragenen Fußballspiele aus. Während die GEZ-Sender brav die vom Robert-Koch-Institut vermeldeten Inzidenzwerte und die neuen Virus-Varianten im DDR-Stil vermelden, werden anschließend Fußballspiele mit vollen Stadien gezeigt, bei denen den Zuschauern schon nach einer Woche Europameisterschaft klar geworden sein dürfte, dass dort kein Fußballfan krank oder infiziert ist.

Deutlich wird, dass das Problem die deutsche Regierung und ihre devoten Medienvertreter sind, die gehorsam der "irrationalen Linie" der Kanzlerin folgen. Dass Merkels "narzisstisches Problem", wie es der bekannte Psychiater Hans-Joachim Maas ausdrückte, gerade auf die Medienstars zurückschlagen und ein Karriereende bescheren könnte, scheint inzwischen selbst den opportunistischsten unter ihnen klar geworden zu sein.

So entwickelt sich die Absetzbewegung von den "alten" Medien zu einer unausgesprochenen Distanzierung. Bisher hat das noch keiner so deutlich ausgesprochen bzw. hat sich noch keiner getraut, das auszusprechen. Aber es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Ob allerdings der Betonkopf Claus Kleber sich dergestalt äußern wird, ist eher unwahrscheinlich.

Verweise:
Immer weniger glauben an Meinungsfreiheit
Warum viele Moderatoren von der ARD zu den Privatsendern wechseln
So gefährlich ist Merkels Narzissmus für Deutschland

 


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