Warum unsere Aufklärungsbemühungen nicht vergeblich sind

Warum unsere Aufklärungsbemühungen nicht vergeblich sind Gerd Altmann auf Pixabay

Eine deutsche Studie, veröffentlicht in einer renommierten internationalen Fachzeitschrift, zeigt, dass gegen „Fehlinformation“ kein Kraut gewachsen ist.

Der Plan des Geschäftsmannes Bill Gates und der WHO, die ganze Welt durchzuimpfen schlug wenigstens für dieses Mal fehl. Schuld sind vermutlich die Fehlinformationen, die Milliarden von Menschen dazu verleiteten, nicht dem Sirenengesang zu folgen, also impfzögerlich zu sein.

In der jüngsten Ausgabe des Journal of Communication in Healthcare, (Fachzeitschrift für Strategien, Medien und Globale Gesundheitskommunikation) haben die Psychologinnen Anna Helfers und Mirjam Ebersbach von der Uni Kassel einen Artikel veröffentlicht, der sich diesem Thema widmet. Genauer: Sie haben die unterschiedlichen Auswirkungen einer staatlichen Aufdeckungskampagne bezüglich sogenannter Fehlinformationen über die COVID-19-Impfung untersucht. Wir denken hier insbesondere an die plötzlich überall aufgetauchten Facktenchecker.

In der Studie heißt es zum Hintergrund der Arbeit:

„Während der anhaltenden COVID-19-Pandemie war die Aufdeckung von Fehlinformationen eine der am häufigsten eingesetzten Strategien zur Bekämpfung der Impfskepsis. Wir haben untersucht, ob und für wen eine Aufdeckung wirksam oder sogar kontraproduktiv ist, um den Glauben an Fehlinformationen und die Impfskepsis zu verringern.“

Fehlinformationen werden hier bezeichnet als

„Informationen, die aufgrund der besten verfügbaren Erkenntnisse relevanter Experten zu diesem Zeitpunkt als falsch angesehen wurden“.

Grundlage für die Arbeit bildet eine im Frühjahr 2021 durchgeführte experimentelle Online-Umfrage in Deutschland.

Die Auswertung der Studie zeigt:

„Die Analysen ergaben unterschiedliche Auswirkungen auf die Überzeugung von Fehlinformationen und die Impfabsicht bei Teilnehmern mit niedriger, mittlerer und hoher a priori-Überzeugung: Ein entlarvender Effekt auf die Überzeugung von Fehlinformationen (dRM = –0,80) wurde nur bei Teilnehmern mit mittlerer a priori-Überzeugung festgestellt, der sich jedoch nicht auf die Impfabsichten dieser Teilnehmer erstrecken. Bei Teilnehmern mit einem hohen a priori-Fehlinformationsglauben ergab die explorative Analyse einen kleinen unbeabsichtigten Rückschlageffekt auf die Impfabsichten (ηp2  = 0,03)."

Die Schlussfolgerung daraus lautet:

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Aufdeckung eine wirksame Kommunikationsstrategie ist, um moderate Fehlinformationsüberzeugungen anzugehen, sie stellt jedoch keine universelle Strategie dar, um die Impfskepsis in der breiten Öffentlichkeit zu verringern. Obwohl die Bekämpfung von Fehlinformationen sicherlich ein integraler Bestandteil der öffentlichen Gesundheitskommunikation sein sollte, sollten zusätzliche Initiativen ergriffen werden, die mit gezielter und authentischer Kommunikation auf individuelle Anliegen eingehen, um die Wirkung auf zögerliche Bevölkerungsgruppen zu verstärken und Rückschläge zu vermeiden."

Die Resultate sind eher bescheiden. Daher plädieren die beiden Psychologinnen dafür, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssten, um durch gezielte individuell zugeschnittene Aktionen die letzten Unbelehrbaren zu überzeugen.

Ist das noch neutrale Wissenschaft oder schon Interessenkonflikt?

Wir schauen noch einmal auf die „Informationen, die aufgrund der besten verfügbaren Erkenntnisse relevanter Experten zu diesem Zeitpunkt als falsch angesehen wurden“:

Covid-19-Impfungen sind wirksam und sicher, sie schützen vor Ansteckung, und sie sind der alternativlose und sichere Weg aus der Pandemie. Sie sind zudem wirksamer als eine durchgemachte C-Infektion.
Masken und Schulschließungen verhindern die Ausbreitung der Infektionen…

Hier kann jeder die Liste nach eigenem Bedarf vervollständigen und sich fragen, ob Kritik an diesen Aussagen Fehlinformationen sind. Besonders in Anbetracht der verheerenden gesundheitlichen und gesellschaftlichen Maßnahmeschäden.

Quelle:
Journal of Communication in HealthcareThe differential effects of a governmental debunking campaign concerning COVID-19 vaccination misinformation


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