Warum es so wichtig ist, dass wir den Ursprung des Corona-Virus kennen

Warum es so wichtig ist, dass wir den Ursprung des Corona-Virus kennen Pixabay / PublicDomainPictures

Als Anfang des Jahres 2021 Prof. Wiesendanger von der Universität Hamburg seine interdiziplinäre Studie zum Ursprung der Corona-Epidemie veröffentlichte, wurde diese in nur wenigen Tagen weltweit mit großem Interesse aufgenommen.

Wiesendanger hatte mit seinem Team das ganze Jahr 2020 an dieser gearbeitet und kam zu dem Schluss, dass das SARS-CoV-2 Virus in einem Labor seinen Anfang nahm.

Bis zu diesem Zeitpunkt gab es zwei Hypothesen: die Annahme, dass das Virus von einer Fledermaus über einen Zwischenwirt auf den Menschen übertragen wurde (Tiermarkt Wuhan, China), und die Theorie, dass es durch menschliche Manipulation entstanden sei (Hochsischerheitslabor des Virologischen Institut Wuhan). Es dauerte nicht lange, bis sich die Medien auf die Wiesendang-Studie warfen und sie für fragwürdig erklärte und selbst die Uni sich von dieser distanzierte.

Die Suche nach der Herkunft des Erregers gilt immer noch als politisch brisant. China fürchtet, als Schuldiger für die Epidemie angeprangert zu werden, womit bei Erhärtung der Labor-Theorie weltweit Entschädigungsforderungen drohten. Auch die belegte Auslagerung der gefährlichen Gain of Function-Forschung von den USA nach Wuhan (nach einem Verbot unter Obama 2014) und die finanzielle Unterstützung des Pentagons ist ein besonders heißes Eisen.

Dass der Nanowissenschaftler Wiesendanger sich mit seinem Team dennoch an die Aufgabe machte, der Sache auf den Grund zu gehen, zeichnet ihn aus als einen Wissenschaftler mit kritischem und unvoreingenommenen Forschergeist. Aber auch als einen besorgten Bürger, der erkannt hatte, dass so ein heikles Thema nicht länger nur von einer kleinen Gruppe spezialisierter Wissenschaftler behandelt werden dürfe, da es ja uns alle betreffe. Schon 2013 hatte sich eine Gruppe von internationalen Wissenschaftlern (unter ihnen drei Nobelpreisträger) an die Europäische Kommission gewandt und vergeblich ein Verbot solcher Forschung gefordert.

Eine von der WHO in Zusammenarbeit mit China im Frühjahr 2021 in Auftrag gegebene Studie kam zu dem Ergebnis, dass es "extrem unwahrscheinlich" sei, dass das Virus aus einem Labor entwichen sein könnte. Interessanterweise gehörte der Untersuchungskommission auch der damalige Leiter des US-Projekts "Genmanipulation des Corona-Virus" in Wuhan, Peter Daszak an, was für große Aufregung und Protest in der wissenschaftlichen Welt sorgte. Inzwischen ist eine neue Untersuchung der WHO in Auftrag gegeben.

Die Hauptpunkte der Studie von Prof. Wiesendanger sind:

  • Im Gegensatz zu früheren Coronaviren-bedingten Epidemien konnte bislang kein Zwischenwirtstier identifiziert werden, welches die Übertragung von SARS-CoV-2-Erregern von Fledermäusen auf den Menschen ermöglicht haben könnte.
  • Die SARS-CoV-2-Viren können erstaunlich gut an menschliche Zellrezeptoren ankoppeln und in menschliche Zellen eindringen. Ermöglicht wird dies durch spezielle Zellrezeptor-Bindungsdomänen des Spike-Proteins, was auf einen nicht-natürlichen Ursprung des SARS-CoV-2-Erregers hinweist.
  • Fledermäuse wurden nicht auf dem in Verdacht geratenen Fischmarkt im Zentrum der Stadt Wuhan angeboten. Im virologischen Institut der Stadt Wuhan gibt es jedoch eine der weltweit größten Sammlungen von Fledermauserregern.
  • Eine Forschungsgruppe am virologischen Institut der Stadt Wuhan hat über viele Jahre hinweg gentechnische Manipulationen an Coronaviren vorgenommen mit dem Ziel, diese für Menschen ansteckender, gefährlicher und tödlicher zu machen. Dies ist in der wissenschaftlichen Fachliteratur durch zahlreiche Publikationen belegt.
  • Es existierten erhebliche Sicherheitsmängel im virologischen Institut der Stadt Wuhan bereits vor Ausbruch der Coronavirus-Epidemie, welche dokumentiert sind.
  • Es gibt zahlreiche direkte Hinweise auf einen Laborursprung des SARS-CoV-2 Erregers. So soll sich eine junge Wissenschaftlerin des virologischen Instituts als erste infiziert haben. Es gibt ferner zahlreiche Hinweise darauf, dass sich bereits im Oktober 2019 der SARS-CoV-2 Erreger ausgehend von dem virologischen Institut in der Stadt Wuhan und darüber hinaus verbreitet hat.

Wiesendanger ist nicht der einzige Wissenschaftler, der die Labor-Theorie für richtig hält. Auch der französische Nobelpreisträger und Entdecker der HIV-Viren, Luc Montagnier fand bei der gentechnischen Untersuchung von SARS-CoV-2 Viren Bestandteile, die nicht auf natürliche Weise zu diesen neuartigen Coronaviren gekommen sein können. Die Reaktion auf seine Äußerungen waren meist negativ, wurden aber nicht durch wissenschaftliche Argumente der Gegenseite widerlegt, sondern ausschließlich durch diffamierende Kommentare diskreditiert, entweder das Alter von Montagnier oder dessen Glaubwürdigkeit als Wissenschaftler betreffend. Auch die chinesische Virologin Li-Meng Yan hat basierend auf detaillierten Analysen der Gensequenz von SARS-CoV-2-Viren eindeutige Hinweise auf einen nicht-natürlichen Ursprung dieser neuartigen Viren gefunden.

Bleibt zu hoffen, dass die Frage nach dem Ursprung der Corona-Epidemie schon bald vollständig geklärt wird, wie Wiesendanger es so mit Nachdruck gefordert hat. Denn während uns allen die Geschichte eines aus den Bahnen geratenen Naturereignisses verkauft wird, werden weiterhin Milliarden in eine Forschung gesteckt, mit dem Ziel, Viren so zu verändern, dass sie für den Menschen gefährlicher werden als jeder natürliche Erreger. Um es klar zu sagen, es geht um potentielle Biowaffen.

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Anmerkung der Redaktion:
Zu diesem Thema sei auch auf unseren Artikel "Stammt SARS-CoV-2 doch aus einem Labor?" vom 3. Februar 2021 verwiesen, der ergänzende Informationen und Verweise enthält.
 

Quellen und Verweise:
[1] Researchgate • Studie zum Ursprung der Coronavirus-Pandemie
[2] Blautopf • Stammt SARS-CoV-2 doch aus einem Labor? 
[3] Tagesspiegel US-Experten schließen Pandemie durch Laborunfall nicht aus
[4] FAZ
Außer Kontrolle
[5] NYTimes
Fight Over Covid’s Origins Renews Debate on Risks of Lab Work
Blautopf • Wissenschaft in der Verantwortung

 


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